Askar ist abgereist

Männlicher Schneeleopardenzwilling hat den Neunkircher Zoo in Richtung Leipzig verlassen

webAskarNicole Hartmann

Neunkirchen, 27. Juni 2017 / C. Andres Am 7. Mai 2016 kamen erstmals im Neunkircher Zoo Zwillinge bei den Schneeleoparden zur Welt.

 

Nun hat der junge Kater Askar vor wenigen Tagen seinen Geburtsort Neunkirchen verlassen.

Seine neue Heimat ist der Zoo Leipzig mit einer neuen und ebenso modernen Anlage für Schneeleoparden. Dort ist geplant, dass er auf eine junge, fast gleichaltrige Schneeleopardin als zukünftige Partnerin treffen wird. Der Umzug erfolgte im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) und Internationalen Zuchtprogramms für Schneeleoparden. Askar betrat seine Transportkiste ohne Narkose und aufgrund der derzeitigen Hitze wurde die Fahrt nach Leipzig in die späten Abendstunden und die Nacht verlegt. In seiner neuen Heimat ist der junge Schneeleopardenkater souverän und ohne großen Abschiedsschmerz gut angekommen.

 

Im Neunkircher Zoo verbleiben die fünfjährigen Elterntiere Sagar und Luisa, sowie die Schwester von Askar: Die gleichaltrige Anusha bleibt noch bis voraussichtlich Ende diesen Jahres in der Neunkircher Schneeleopardenschlucht. Dann geht es auf den weiteren Transport in den polnischen Zoo in Poznan.

 

Die beiden Schneeleopardenjungtiere sind bereits in einem Alter, in dem sie auch in ihren natürlichen Lebensräumen auf eigenen Beinen stehen können und müssen.

 

Hoffnung auf Zuwachs im nächsten Jahr

Bei den Elterntieren Sagr und Luisa hofft der Neunkircher Zoo dann auf eine Zuchtfreigabe durch die Koordinatorin des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes im nächsten Jahr, um wieder Nachwuchs bei dieser stark gefährdeten Großkatzenart verbuchen zu können.

 

Berühmter Nachwuchs

Fast ein halbes Jahr mit Livewebcams des Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V. als Botschafter ihrer wildlebenden Verwandten begleitet, gehörten Askar und Anusha zu den prominentesten tierischen Bewohnern im Zoo in der Kreisstadt Neunkirchen. Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks übernahm die Patenschaft für die Schneeleoparden-Zwillinge und ein Namenswettbewerb mit großer Beteiligung wurde ebenfalls durchgeführt. Auch die Eltern Luisa und Sagar hatten bereits Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer begeistert.

 

Stark gefährdete Geister der Berge

Schneeleoparden gelten mit einem weltweiten Bestand von nur noch 4.000 bis 6.400 Tieren laut Roter Liste als „stark gefährdet“. In freier Wildbahn werden die scheuen Großkatzen, die in den kargen Hochgebirgen Asiens leben, vor allem wegen ihres schönen Fells, aber auch ihrer Knochen gejagt. Letztere sind beliebte Mittel in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Außerdem macht der Mensch ihnen und ihren Beutetieren zunehmend den Lebensraum streitig und es kommt immer wieder zu Konflikten mit lokalen Hirten. Daneben bedroht auch der Klimawandel ihren Lebensraum. Der NABU setzt sich seit 18 Jahren erfolgreich für den Schutz von Schneeleoparden in freier Wildbahn ein und konnte bisher signifikant zu einem Rückgang der Wilderei beitragen.

 

Mehr erfahren auch auf der → facebook-Fanpage des Neunkircher Zoos

 

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(Fotos: © Nicole Hartmann)